Feministische Sprachkritik

Leipzig hat es vorgemacht: Als Regelgeschlecht in Statuten und Kommunikation gilt an der dortigen Universität seit Kurzem das weibliche. Rektoratsrundschreiben und Begrüßungsformeln beim Neujahrsempfang werden also künftig mit „Sehr geehrte Professorinnen“ beginnen. Wo es früher hieß, „sehr geehrte Dozentinnen und Dozenten“ und ganz früher nur die männliche Form verwendet wurde, erreicht nun die feministische Sprachkritik offenbar eine neue Stufe. Die Universität Potsdam hat sich angeschlossen. Es gibt Leute, die sehen hier einen „linguistischen Grundirrtum“ am Werk, weil das biologische mit dem grammatikalischen Geschlecht vermengt werde. Menschen mit einem Gefühl für Sprache mögen die Experimente mit der „geschlechtergerechten Sprache“ schon länger ein Dorn im Auge sein. Der Steuerzahler/die Steuerzahlerin ist umständlich. Die SteuerzahlerInnen hört sich zumindest mündlich nach Frauen an. Und die vorletzte Volte der geschlechtergerechten Sprache, nämlich „Steuerzahler_innen“, setzte sich nicht durch. Wobei der Unterstrich diejenigen entdiskriminieren sollte, die sich biologisch oder sozial der „Zwangsalternative weiblich-männlich“ verweigern und sich als irgendwie „trans“ , „inter“ oder „queer“ verstehen. Man darf gespannt sein, was sich durchsetzen wird. Immerhin regt mich das „hochgestellte i“ inzwischen auch nicht mehr auf. Und dass sich die männlichen Kollegen in Leipzig als „Herr Professorin“ anreden lassen müssen, wurde von der genderkorrekten Fraktion immerhin als böswillige Verleumdung dementiert.

2019-09-18T12:53:20+02:005. September 2013|
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